An dieser Stelle haben wir für Sie alles Wissenswerte für die Segelflug Ausbildung (Startart Hilfsmotor) und
MIM (Motorsegler im Motorflug) zusammengefasst:

AUSBILDUNG SEGELFLUG bis MIM ( Motorsegler im Motorflug ):

Die Ausbildungen sind von den Rechtsgrundlagen her derzeit in einer Umbauphase.
Die für den Segelflieger maßgebebliche Ausbildungsnorm ist noch die ZLPV, ab Ende 2020 kommen die Regeln des EASA-FCL zur Anwendung, mit wesentlich umfangreicheren Anforderungen an die Ausbildung.
In der ZLPV ist auch die Berechtigung Motorsegler im Motorflug (§§ 64a und 68a) geregelt.
Diese ehemalige nationale Berechtigung ist seit 03.05.2016 international gültig.
Nachfolgend werden die Regeln für die Ausbildung für Segelflieger nach der ZLPV kursorisch dargestellt und ein kurzer Ausblick auf die Änderungen gegeben, die sich nach den Regeln des EASA-FCL (voraussichtlich Ende 2020) ergeben werden.

Segelfliegerschein nach der ZLPV:

Mindestalter für die Ausstellung des Segelfliegerscheines:
Für die Ausstellung des Segelfliegerscheines muss der Flugschüler das 16. Lebensjahr vollendet haben (§ 3 Abs 1 Z 2 ZLPV).
( Schulung ab 15 Jahre möglich )!

Tauglichkeit:
Die Tauglichkeit eines Antragstellers wird durch fliegerärztliche Sachverständige oder flugmedizinische Zentren beurteilt.
Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 oder laut § 5 ZLPV ein Zeugnis mit etwas geringeren Anforderungen.
Die zeitliche Gültigkeit des Tauglichkeitszeugnisses ist altersabhängig.
Darüber hinaus darf eine fliegerische Tätigkeit nicht ausgeübt werden, wenn eine Verminderung der flugmedizinischen Tauglichkeit vom Piloten festgestellt wird; in diesen Fällen ist die Behörde oder ein fliegerärztlicher Sachverständiger zu kontaktieren (siehe Anlage 2 zur ZLPV).

Theoretische Ausbildung:
Die theoretische Ausbildung umfasst folgende Gegenstände:
° Luftrecht
° Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse
° Flugleistung und Flugplanung
° Menschliches Leistungsvermögen
° Meteorologie
° Aerodynamik
° Navigation
° Flugbetriebliche Verfahren
° Triebswerkskunde ( Startart Hilfsmotor )
Die Stundenanzahl ist im Lehrplan festgelegt.

Praktische Ausbildung:
Die praktische Ausbildung erfolgt durch Zivilfluglehrer mittels der
Doppelsitzermethode.
Nach Erlangung der Alleinflugreife folgen Flüge allein an Bord gemäß dem
vom Fluglehrer erteilten Flugauftrag unter dessen Aufsicht  (Sprechfunkverbindung).

Prüfung:
Die Prüfung wird durch zwei Segelfluglehrer abgenommen. Die theoretische Prüfung erfolgt nach dem Multiple-Choice-System mittels PC, zur praktischen Prüfung sind drei Prüfungsflüge zu absolvieren. Der Bewerber hat drei
Segelflüge unmittelbar nacheinander auszuführen. Dabei müssen mindestens je zwei Vollkreise in einer Schräglage von 30 bis 40 Grad hintereinander nach Anweisung eines der beiden Prüfer abwechselnd nach links und nach rechts ausgeführt werden. Bei der Landung ist auf einer Ziellandefläche im Ausmaß von 150 m x 50 m aufzusetzen.

Grundberechtigung (§ 61 ZLPV):
Wer sich um einen Segelfliegerschein (Grundberechtigung) bewirbt, muss nachweisen, dass er innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung Segelflüge von insgesamt wenigstens sechs Stunden Dauer, davon mindestens drei Stunden und mindestens 30 einwandfreie Landungen allein an Bord, durchgeführt hat.
Für den Erwerb einer Zusatzberechtigung gemäß § 61 Abs. 2 Z 3 (Hilfsmotorstart ), hat der Antragsteller nachzuweisen, dass er innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung Segelflüge von insgesamt wenigstens acht Stunden Dauer, davon mindestens vier Stunden und mindestens 35 einwandfreie Landungen allein an Bord ausgeführt hat.
Die Grundberechtigung berechtigt den Segelflieger, einsitzige und mehrsitzige,
einsitzig geflogene Segelflugzeuge zu fliegen.
Folgende Startarten können eingetragen werden:
· Kraftwagen- und Windenschleppstart
· Motorflugzeugschleppstart
· Hilfsmotorstart (Motorsegler im Segelflug)
· Rollstart
· Gummiseilstart
Die Berechtigung Hilfsmotorstart berechtigt den Inhaber zur Verwendung des Motors jedoch nur, um
· zu starten und Anschluss an Aufwindgebiete zu erreichen,
· Außenlandungen zu verhindern, und
· aus Sicherheitsgründen Landungen mit auf Leerlaufdrehzahl laufenden Motor durchzuführen.
Es werden diejenigen Stararten im Rahmen der Grundberechtigung eingetragen, in denen der Bewerber im Rahmen der Ausbildung mindestens 10 Alleinflüge (15 bei Hilfsmotorstart) absolviert hat.
Unterschiedsschulung und Vertrautmachung (§ 118b ZLPV):
Vertrautmachung:
Beabsichtigt der Inhaber eines Zivilluftfahrerscheins im Rahmen seiner Berechtigung ein Luftfahrzeug eines Musters oder einer Baureihe zu steuern, mit welchem er bisher noch keine Flüge als steuernder Pilot durchgeführt hat, hat er sich zunächst mit dem Luftfahrzeug vertraut zu machen und es ist zu empfehlen, sich dabei von einem Fluglehrer oder einem auf diesem Luftfahrzeug erfahrenen Piloten einweisen zu lassen.
Die Durchführung der Unterschiedsschulung ist in das Flugbuch des Piloten
einzutragen und vom Einweiser zu bestätigen.
Erweiterung der Grundberechtigung (§ 64 Abs 1 ZLPV):
Diese Berechtigung hat im Segelfliegerjargon auch die Bezeichnung „Klasse2“.
Die Erweiterung berechtigt, zwei- oder mehrsitzige, zwei- oder mehrsitzig geflogene Segelflugzeuge im Fluge zu führen.
Voraussetzungen:
· Segelflüge von insgesamt wenigstens 20 Stunden Dauer
(es zählen auch die Flugzeiten mit Lehrer im Rahmen der Ausbildung)
· unter Aufsicht eines Segelfluglehrers innerhalb der letzten 24 Monate vor der
Antragstellung mindestens 20 Landungen mit zwei- oder mehrsitzigen
Segelflugzeugen.
Startartenerweiterungen (§ 64 Abs 2 ZLPV):
Segelfliegern ist auf Antrag eine Erweiterung der Grundberechtigung im Hinblick auf jene Startarten zu erteilen, die sie nicht bereits im Rahmen der Grundberechtigung besitzen.
Voraussetzungen:
· für jede Startart unter Aufsicht eines Segelfluglehrers innerhalb der letzten 24
Monate vor der Antragstellung mindestens zehn Abflüge alleine an Bord   einwandfrei ausgeführt haben.
· für eine Erweiterung der Grundberechtigung auf die Startart Hilfsmotor (§ 61
Abs. 2 Z 3) innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung Segelflüge
von insgesamt wenigstens acht Stunden Dauer, davon wenigstens vier
Alleinflugstunden an Bord von Segelflugzeugen und 15 einwandfreie Starts und Landungen allein (§ 62 Abs 2 ZLPV).
· weiters ist eine theoretische Ausbildung und Prüfung (mdl. Zusatzprüfung
durch Fluglehrer) in Bezug auf jene Inhalte, wie sie für die jeweilige Startart
von Bedeutung sind, zu absolvieren.
Sprechfunkberechtigung (§ 117 ZLPV):
Inhaber eines Funkerzeugnisses dürfen Funktelefoniedienst auf Zivilluftfahrzeugen nur auszuüben, wenn sie die fachliche Befähigung bei einer praktischen Zusatzprüfung unter Beweis gestellt haben.
(bei einem Prüfungsflug mit einer Flugsicherungsstelle z.B. Wien Information Funkverbindung aufnehmen und mindestens 15 Minuten aufrechterhalten).
Wien Information zählt in diesem Fall als Flugsicherungsstelle.
Kunstflugberechtigung für Segelflieger (§ 66 ZLPV):
Voraussetzung: Segelflüge im Ausmaß von 50 Stunden sowie eine praktische
Zusatzprüfung.
Bei der praktischen Zusatzprüfung hat der Bewerber folgende Kunstflugfiguren
auszuführen:
1. zwei Überschläge aus der Normalfluglage nach oben,
2. je eine hochgezogene Kehrtkurve nach links und nach rechts,
3. zweimal Trudeln mit mindestens je zwei Umdrehungen nach links u. rechts.
Diese Figuren sind in zwei Flügen, beginnend in etwa 1000 m über Platz vorzuführen. Die Reihenfolge der Kunstflugfiguren ist vom Bewerber festzulegen. Jede Abweichung von der festgelegten Reihenfolge macht den betreffenden Flug ungültig. Bei den Landeanflügen ist ein Seitengleitflug nach links und ein Seitengleitflug nach rechts in der Dauer von je fünf Sekunden auszuführen. Sodann ist auf einer Ziellandefläche im Ausmaß von 150 x 50 m zu landen.
Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung für Segelflieger (§ 67 ZLPV):
Voraussetzung: Segelflüge von insgesamt wenigstens 30 Stunden. In dieser Flugzeit müssen drei Flugstunden am Doppelsteuer ohne Sicht unter Anleitung eines Segelfluglehrers enthalten sein.
Motorsegler im Motorflug (§ 64a ZLPV), kurz MiM:
Es handelt sich dabei seit 03.05.2016 um eine internationale Berechtigung, die zu Flügen innerhalb der EU berechtigt!

Voraussetzungen:
· Hilfsmotor-Startart
· Erweiterung der Grundberechtigung gemäß § 64 Abs 1 ZLPV („Klasse 2“)
· Funkerzeugnis
Theoretische Ausbildung:
60 Stunden (davon 30 im Selbststudium möglich) in folgenden Gegenständen:
· Luftrecht mit besonderer Berücksichtigung der Luftverkehrsregeln  einschließlich Luftraumklassifizierung und Regeln zur Durchführung des Sprechfunkverkehrs
· Flugleistung und Flugplanung
· Betriebliche Verfahren
· Luftfahrzeugkunde
· Navigation

Praktische Ausbildung:
mindestens zehn Flugstunden auf Reisemotorseglern, folgendes beinhaltend:
· 20 Alleinstarts und 20 Alleinlandungen
· An- und Abflüge von und zu kontrollierten Flugplätzen, Flüge durch Kontrollzonen, Einhaltung von Verfahren, Sprechfunkverkehr
· selbständige Vorbereitung von mindestens zwei Navigations- und
Dreiecksflügen, davon einer in Begleitung eines MiM-Fluglehrers und einer allein an Bord jeweils über eine Strecke von wenigstens 270 Kilometern, bei dem auf zwei vom Startplatz verschiedenen Flugplätzen Landungen bis zum vollständigen Stillstand durchzuführen sind.
Theoretische und praktische Prüfung:
Die theoretische Prüfung ist von der Prüfungskommision oder nach Rücksprache mit dem Ausbildungsleiter der Flugschule durchzuführen und
der Prüfungskommision zu bestättigen.
Es umfasst die oben genannten Gegenstände (multiple-choice unter weitgehender Verwendung des PPL-Fragenkatalogs).
Die praktische Prüfung ist von einem zugewiesenen Mitglied der Prüfungskommission für Segelfluglehrer auf einem Reisemotorsegler (Touring Motor-Glider = TMG)
abzunehmen. Die praktische Prüfung hat insbesondere die folgenden Abschnitte zu umfassen:
· Flugvorbereitung und Abflug
· Allgemeine Flugübungen
· Überlandflug mit Einflug in eine Kontrollzone
· Anflug- und Landeverfahren
· Außergewöhnliche Verfahren und Notverfahren
· Simulierter Triebwerksausfall und einschlägige, auf das betreffende Muster
 Sowie ein Fachgespräch vor, während und nach dem Prüfungsflug.
Verlängerungsvoraussetzungen (§ 65 ZLPV):
Der Segelfliegerschein (als Dokument) ist unbefristet gültig, aber für die
Aufrechterhaltung und Erneuerung der Berechtigungen sind alle 60 Monate
(MiM alle 24 Monate) bestimmte Voraussetzungen zu erbringen:
· Grundberechtigung für Segelflieger und Startartenerweiterungen:
30 Landungen innerhalb der vergangenen 60 Monate, davon mindestens fünf
Landungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate und für jede von der
Grundberechtigung umfasste Startart innerhalb der letzten 60 Monate mindestens zehn Abflüge, davon drei innerhalb der letzten zwölf Monate.
· Erweiterung der Grundberechtigung gemäß § 64 Abs. 1 („Klasse 2“):
Innerhalb der letzten 60 Monate Segelflüge von insgesamt wenigstens sechs Stunden Dauer und mindestens 60 Landungen, davon mindestens zehn Landungen während der letzten zwölf Monate durchgeführt wurden.
· Kunstflugberechtigung:
innerhalb der vergangenen 60 Monate mindestens einen Kunstflug als
verantwortlicher Pilot.
· Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung:
innerhalb der vergangenen 60 Monate mindestens einen Wolken- und Sicht-Nachtflug als verantwortlicher Pilot
· Lehrberechtigung:
Segelflug: innerhalb der letzten 60 Monate mindestens 20 Schulungsflüge als
verantwortlicher Fluglehrer und innerhalb der Gültigkeitsdauer der Berechtigung mindestens 20 Schulungsflüge in 2 Jahren als verantwortlicher Fluglehrer im Rahmen einer MiM Ausbildung.
· MiM:
innerhalb der letzten zwölf Monate vor Ablauf von 24 Monaten ab Erteilung
der Berechtigung zwölf Flugstunden, davon sechs Stunden als verantwortlicher Pilot, auf Motorseglern im Motorflug mit zwölf Starts und Landungen sowie ein mindestens einstündiger Übungsflug unter Aufsicht eines Segelfluglehrers mit gültiger Lehrberechtigung gemäß § 68a nachzuweisen. Das Programm des Übungsfluges ist von der zuständigen Behörde festzulegen. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen kann durch einen Überprüfungsflug innerhalb von drei Monaten vor Ablauf der Gültigkeit ersetzt werden, wobei die entsprechenden Bestimmungen des § 64a Abs. 4 und § 64a Abs. 7 anzuwenden sind. Werden von einem Segelflieger Flüge als zweiter Pilot am Doppelsteuer durchgeführt, können solche Flüge auf die für die Aufrechterhaltung von mit dem Segelfliegerschein verbundenen Berechtigungen erforderlichen Flüge angerechnet werden. Diese Anrechnung darf höchstens die Hälfte der für die Aufrechterhaltung jeweils erforderlichen Anzahl an Flügen betragen. Solche Flüge sind im Flugbuch des Piloten als Flüge als zweiter Pilot zu dokumentieren.
Die Aufrechterhaltung der Berechtigungen durch Eintragungen in das Flugbuch ist durch den ÖAeC oder durch einen von der zuständigen Behörde für diesen Zweck entsprechend eingewiesenen verantwortlichen Geschäftsführer einer Zivilluftfahrerschule für Segelflieger alle 60 Monate nach Erlangung der Grundberechtigung durch einen Vermerk im betreffenden Flugbuch zu beurkunden. Lehrberechtigungen und MiM-Berechtigungen werden nur durch den ÖAeC verlängert!
Erleichterungen für Motorflugzeugpiloten:
· Segelfliegerschein (Grundberechtigung):
es genügen innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung Segelflüge von insgesamt wenigstens eineinhalb Stunden Dauer und mindestens 15 einwandfreie Landungen allein an Bord (§ 62 Abs 1 ZLPV).
· Erweiterung der Grundberechtigung („Klasse 2“):
es genügen Segelflüge von insgesamt wenigstens drei Stunden Dauer und unter Aufsicht eines Segelfluglehrers innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung mindestens fünf einwandfreie Landungen mit zwei- oder mehrsitzigen Segelflugzeugen (§ 64 Abs 1 ZLPV).
· Erweiterung Startart Hilfsmotor:
innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung
zehn einwandfreie Starts und Landungen an Bord von Motorseglern.
· Kunstflugberechtigung:
es genügen Segelflüge im Ausmaß von 25 Stunden und einen Kunstflug
· Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung:
es genügen Segelflüge von 15 Stunden Dauer, darin enthalten drei Flugstunden am Doppelsteuer ohne Sicht unter Anleitung eines Segelfluglehrers.
· MiM:
Motorflugzeugpiloten mit TMG-Berechtigung erhalten auf Antrag die
MiM-Berechtigung in den Segelfliegerschein eingetragen
· Verlängerung Grundberechtigung:
es genügen 15 Landungen innerhalb der vergangenen 60 Monate, davon mindestens drei Landungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate und für jede von der Grundberechtigung umfasste Startart innerhalb der letzten 60 Monate mindestens fünf Abflüge, davon drei innerhalb der letzten zwölf Monate.
· Verlängerung der Erweiterung der Grundberechtigung („Klasse 2“):
es genügen innerhalb der letzten 60 Monate Segelflüge von insgesamt wenigstens drei Stunden Dauer und mindestens 30 Landungen, davon mindestens fünf Landungen während der letzten zwölf Monate.
Ruhen von Berechtigungen (§ 10f ZLPV):
Läuft die Gültigkeitsdauer eines Scheines oder einer Berechtigung aus, ruht der Schein oder die Berechtigung. Die Verlängerung kann erfolgen, wenn die fehlenden Voraussetzungen erbracht werden (zB durch „Nachfliegen“ mit oder unter Aufsicht eines Segelfluglehrers). Für die einzelnen Scheinarten können besondere Bedingungen festgelegt werden:
• Für den Segelfliegerschein bzw. eine ruhende Berechtigung:
ein Überprüfungsflug mit Segelfluglehrer und Beurkundung im Flugbuch.
• MiM-Berechtigung:
Überprüfungsflug durch ein zugewiesenes Mitglied der Prüfungskommission fürSegelflieger

Hat eine mit dem Segelfliegerschein verbundene Berechtigung länger als drei Jahre geruht:
theoretische und praktische Prüfung (Einzelheiten legt der ÖAeC/ FAA fest).

Berechtigung nach EASA-FCL (Vorausschau):
Maßgebliche Norm ist die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 der Europäischen Kommission vom 3. November 2011, im folgenden kurz „EASA-FCL“ genannt.
Den Mitgliedsstaaten wurde zur Umsetzung die Möglichkeit eines opting out
eingeräumt, wovon Österreich Gebrauch gemacht hat.
Die Bestimmungen für Segelflugzeuge treten daher mit 8.4.2015 in Kraft, ein längeres opting out ist nicht möglich, ein früheres in Kraft treten wäre möglich.
In Deutschland sind die Bestimmungen für Segelflieger bereits in Kraft.
Zu diesem Zeitpunkt begonnene Ausbildungen können angerechnet werden, sofern Ausbildung und Prüfung spätestens am 8.4. 2016 abgeschlossen sind (Art 9 Abs 1).
Eine Umschreibung der nationalen Lizenzen ist bei Erfüllung der Voraussetzungen des EASA FCL vorgesehen, der sogenannte Umwandlungsbericht (conversion report) ist von Österreich jedoch noch nicht fertig ausgearbeitet worden. Bestehende Lizenzen sind jedenfalls bis 8.4.2017 in EASA-konforme Lizenzen oder Teillizenzen umzuwandeln.
Nach derzeitigem Stand werden bestehende Hilfsmotorstart-Berechtigungen
nur mehr zum Fliegen von Segelflugzeugen mit Klapptriebwerken berechtigen,
nicht aber von TMGs!
Die wesentlichen Punkte, die die Segelflugausbildung betreffen, sind folgende:
· Die neuen Lizenzen heißen LAPL(S) bzw. SPL, kein Flugschülerausweis mehr
· Es wird zwischen Motorseglern und TMG unterschieden
· Flugschüler für Segelflugzeuge müssen vor dem 1. Alleinflug 14 Jahre alt sein
· Segelflugausbildung: Bewerber um eine LAPL(S) müssen mindestens 15 Stunden
Flugausbildung in Segelflugzeugen oder Motorseglern absolviert haben;
der Unterricht muss mindestens Folgendes einschließen:
— 10 Stunden Flugausbildung mit Fluglehrer,
— 2 Stunden überwachter Alleinflug,
— 45 Starts und Landungen,
— einen Allein-Überlandflug von mindestens 50 km (27 NM) oder einen Überlandflug mit Fluglehrer von mindestens 100 km (55 NM)
Von den erforderlichen 15 Flugstunden dürfen höchstens 7 Flugstunden in einem Motorsegler (TMG) absolviert worden sein
· Die Berechtigung „Eigenstart“ (früher „Hilfsmotor-Startart“) berechtigt nur mehr zum Fliegen von Segelflugzeugen mit Klapptriebwerken
· Für das Fliegen eines TMG ist eine zusätzliche Ausbildung und Prüfung erforderlich (mindestens 6 Stunden Flugausbildung auf einem TMG, davon 4 Stunden Flugausbildung mit Fluglehrer, ein Allein-Überlandflug von
Mindestens 150 km mit Landung auf einem fremden Platz)

Die Anerkennung der MiM-Berechtigung als TMG-Berechtigung nach EASAFCL gilt als gesichert!
Verlängerungsvoraussetzungen Segelflug: in den letzten 24 Monaten auf
Segelflugzeugen oder Motorseglern, außer TMG, mindestens 5 Stunden Flugzeit als PIC einschließlich 15 Starts, 2 Schulungsflüge mit einem Lehrberechtigten
· Verlängerungsvoraussetzungen TMG-Berechtigung: auf TMGs in den letzten
24 Monaten mindestens 12 Flugstunden als PIC einschließlich 12 Starts und
Landungen sowie eine Auffrischungsschulung von mindestens einer Stunde
Gesamtflugzeit mit einem Lehrberechtigten.

Verfasser : Hügelsberger Helmut
Ausbildungsleiter Segelflug
Fliegerclub Traunsee – Stand März 2018